Ausstellungen

Ausstellungen Kunstwerkstatt im Überblick

Die Lausitzer Rundschau schrieb am 06. Juli 2013:

"Landwirtschaft am Wegesrand" in Ogrosen zu sehen

Bigi Möhrle fängt Motive zwischen Berlin und dem Bodensee ein / Ausstellung bei Henry Krzysch

Ogrosen Noch bis August ist in der Kunstwerkstatt von Henry Krzysch auf dem Gut Ogrosen eine besondere Ausstellung zu sehen. Die Fotografin und studierte Landwirtin Bigi Möhrle, eine ehemalige Studienkollegin von Maja Rose, die durch das Filmfestival Goldene Ziege in Ogrosen bekannt geworden ist, nimmt den Besucher mit auf eine Fahrradreise über 1000 Kilometer von Berlin durch weitere sechs Bundesländer bis zum Bodensee.

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Henry Krzysch lädt Besucher zur Ausstellung in seiner Ogrosener Kunstwerkstatt ein. Foto: H. Kuschy

Bigi Möhrle wollte auf dieser Reise erfahren, was wo und wie wächst. Zu den ersten Eindrücken sagt sie: "Was wir sehen, sind grüne, fruchtbare Landschaften so weit das Auge reicht, grüne, saftige Wälder, jedes Fleckchen Erde kultiviert. Überall wächst und gedeiht es."

Das aber sollen nicht die einzigen Eindrücke bleiben. "Der- oder diejenige mit etwas Agrarkenntnissen kann die Vermaisung der Landschaft sehen – durchgehend von Berlin bis an den Bodensee. Wer hinschaut, sieht die vielen totgespritzten Äcker, diese braungelben Felder – es wird bis fast an den Asphalt rand geackert. Ackerrandstreifen mit blühenden Margeriten und anderen Wildkräutern sind Vergangenheit", beschreibt sie. Und weiter: Im Landschaftsbild würden die Tiere fehlen. "Wir sehen draußen keine Schweine, keine Hühner und treffen auf den ganzen 1000 Kilometern nur eine einzige Milchkuhherde auf der Weide." Aber Tiere seien da: Massenhaft, wie sie sagt, hinter grauen, fabrikartigen Betonmauern unter hohen Abluftschächten.

So sollen auch die Bilder der fotografierenden Landwirtin zeigen, dass nicht immer drin ist in den farbigen Verpackungen, was die Werbung den Verbrauchern vorgaukelt.

Hans-Joachim Emmrich aus Buchwäldchen hat sich die Ausstellung angesehen. "Es tut gut, dass ein junger Mensch den Finger auf die offene Wunde legt und zum Nachdenken anregt. Frau Möhrle hat gesehen, dass diese Energiepflanzen quer durch Deutschland zu sehen sind – diese Tatsache ist für einen Landwirt wie mich unerfreulich", sagt er. Dass die Fotografin kaum Tiere auf Weiden gesehen hat, sollte seiner Meinung nach ein Anstoß zum Nachdenken darüber sein, dass es besser sei, sein Geld für gesundes Fleisch vor Ort auszugeben, als es später für Medikamente in die Apotheke zu tragen. Er selbst wisse, wie industriemäßig produziert werde, wenn "Tiere unter künstlichem Licht aufgezogen und über Rohrleitungen mit Futter versorgt werden. In solchen Größenordnungen ist das nur über Medikamente möglich", erklärt er.

Bigi Möhrles Bilder zeigen die Formen der Landwirtschaft, die sie am Wegesrand angetroffen hat. Sichtbar werden aber auch die fehlenden Aspekte einer nachhaltigen, naturgemäßen – einer bäuerlichen Landwirtschaft, für die sie eintritt. Sie hat ökologische Landwirtschaft studiert und bis vor drei Jahren auf verschiedenen Höfen im Land gearbeitet.

Als einen Glücksfall bezeichnet Hans-Joachim Emmrich, dass es in der hiesigen Region durchaus auch solche Höfe gibt und nennt den von Heiner Lütke-Schwienhorst in Ogrosen. Sein Gut beherbergt eben auch jene Galerie von Henry Krzysch, in der die Ausstellung von Bigi Möhrle zu sehen ist: freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter Nummer 035436 29315 oder 218.

Die Lausitzer Rundschau schrieb am 30. Juli 2010:

„Auf Träume achten und ihnen folgen“

Margarethe Scheunemann stellt in der Kunstwerkstatt Ogrosen aus

Ogrosen Margarethe Scheunemann ist wieder in Burghausen. Das ist die Heimatstadt der 18-Jährigen und der zugleich größte Ort im oberbayrischen Landkreis Altötting, wo sie das König-Karlmann-Gymnasium besucht.

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Margarethe Scheunemann wie auch ihr Vater und Galerist Henry Krzysch diskutieren mit Besuchern der Ausstellung über die Bilderwelt der jungen Künstlerin. Violinist Matthias Hausdorf aus Senftenberg begleitete die Eröffnung. Foto: Hegewald Foto: Hegewald
Ein schulfreies Wochenende nutzte die junge Künstlerin, um in Ogrosen ihre Bilder in der Kunstgalerie auszustellen. Margarethe Scheunemann ist die Tochter von Henry Krzysch, Galerist und Leiter der Kunstwerkstatt im Vetschauer Ortsteil. »Sie ist hier nicht fremd und bezeichnet Ogrosen als ihren Zweitwohnsitz. Wir verbringen so viel Zeit miteinander, wie wir nur können«, sagt Krzysch. Margarethe sei eine eigenständige Zeichnerin, die das Interesse am Zeichnen ergriffen und dieses selbst entwickelt habe, erklärt er. »Es lagen ja überall Stifte herum, mit denen sie Momente festhalten konnte, die sich oft aus Alltagserlebnissen zusammensetzen. Meist mit einer Figur beginnend, die sie im Kopf spazieren führt und um die sie herum mit zeichnerischen Mitteln eine eigene Welt schafft«, so der Vater. »Wandel durch Wolkenkuckucksheim« lautet der Titel der Ausstellung mit Zeichnungen der aufgeschlossenen jungen Frau, die einmal als Kunstlehrerin arbeiten möchte. Der betont filigrane und ausgesprochen detailliert ausgeführte Zeichenstil lässt Betrachter länger vor ihren Bildern verweilen. »So soll es auch sein«, sagt Margarethe Scheunemann und erklärt, dass kleinere Zeichnungen an einem Tag abgeschlossen sind, andere hingegen erst nach etwa einem dreiviertel Jahr. Gefühle und Gemütslagen fließen in ihre Zeichnungen ein, mit denen sie auch immer ein Stück ihres Seelenlebens nach außen trägt. »Auf Träume achten und ihnen folgen«, das ist einer ihrer Leitsätze, Surrealismus die von ihr bevorzugte Ausdrucksform. »Das haben sie wirklich erkannt«, freut sich die junge Künstlerin, als ihr von der Vetschauer Hobbymalerin Eva Kellermann Parallelen zu Salvador Dali (1904-1989) attestiert werden. »Dali zählt neben Hieronymus Bosch zu meinen Idolen«, erklärte Margarethe Scheunemann, für die in ihrer Wahlheimat Burghausen bereits Ausstellungsräume im Bürgerhaus und im Rathaus reserviert sind. Die Ausstellung in Ogrosen kann mindestens noch bis zum 6. Künstlersymposium des Vereins Land Kultur Gut Ogrosen vom 25. bis 29. August besucht werden. Aufgeschlossen werden die Türen zur Galerie zu den Öffnungszeiten des Hofladens oder nach telefonischer Absprache mit Kunstwerkstattleiter Henry Krzysch unter der Telefonnummer 035436 29315.U. Hegewald