2010

Die Lausitzer Rundschau schrieb am 02. Februar 2010:

Türen zur Ogrosener Kunstwerkstatt geöffnet

Henry Krzysch vermittelt künstlerische Fertigkeiten

Die Kunstwerkstatt auf dem Ogrosener Gutshof gleicht einem Taubenschlag. Unaufhörlich geben sich am Sonntag Neugierige die nostalgische Türklinke in die Hand und betreten die Werkstatt- und Galerieräume, in die Henry Krzysch mit Pinsel, Linolschnittmessern und Kugelschreiber gleich mehrere Zepter schwingt.

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In die einstige Stellmacherwerkstatt des Gutes Ogrosen ist die Kunst zurückgekehrt. Reges kreatives Treiben herrschte am Eröffnungstag der Kunstwerkstatt die bis vor wenigen Monaten noch das Atelier von Bildhauer Willi Selmer beherbergte. In den beiden Vorräumen soll eine Galerie seinen Platz finden, in der im zeitigen Frühjahr erstmals Zeichnungen eines lokalen Künstlers präsentiert werden. Foto: U. Hegewald Foto: U. Hegewald
„Das kostenlose Eröffnungsangebot für Groß und Klein wird sehr gut angenommen“, freut sich der Ogrosener über die Resonanz der Auftaktveranstaltung. Ständig ist Henry Krzysch in Bewegung, erklärt Eltern das am Montag begonnene künstlerische Ferienprogramm, serviert Kaffee, Tee und Kuchen, gibt kleinen Künstlern Ratschläge oder versorgt die Öfen mit Feuerholz. Dankbare Blicke sendet er in Richtung Sabine Kursawe, die ihn unterstützt und immer wieder experimentierfreudiges Publikum um sich versammelt. „Mich fasziniert die Atmosphäre in diesen hellen Räumen“, sagt die Senftenbergerin, die über 40 Jahre als Lehrerin tätig war und erstmals in Ogrosens Künstlerschmiede zu Gast ist. Sabine Kursawe begleitet das laufende Ferienprogramm und könnte es sich gut vorstellen, an dieses Projekt anzuknüpfen.
„Ich bin überrascht vom Interesse und von der Bereitschaft der Besucher, sich einmal künstlerisch auszuprobieren“, schwärmt sie und bekommt eine schnelle Bestätigung. „Das Angebot und die Vielfalt sind bemerkenswert“, belegt Viola Marx aus Vetschau, die mittels Zuckerkreide leuchtende Blumen auf einen schwarzen Bogen Papier zaubert. „Wir waren bereits um 10 Uhr hier und sind noch einmal wiedergekommen“, erzählt Ehemann Norbert, während die Erzieherin der Kita Sonnenkäfer einen Hauptgrund der Rückkehr erklärt: „Hier bietet sich eine ideale Gelegenheit, in Wohnortnähe künstlerisch weiterzubilden, um einige der gesammelten Kenntnisse in die Einrichtung hineinzutragen.“ Es ist ein Ansatz, der sich mit den Vorstellungen von Henry Krzysch deckt.
Die Kunstwerkstatt soll sich zu einem Treffpunkt für interessierte und kreative Kinder und Jugendliche entwickeln, aber auch Anlaufstelle für erwachsene Hobbykünstler sein sowie Fortbildungszentrum für Kita-Erzieherinnen und Lehrkräfte. „Ich wünsche mir, dass sich hier etwas entwickelt und einen entsprechenden Bekanntheitsgrad erreicht, um nach drei Jahren auf eigenen Füßen stehen zu können“, umreißt der 41-Jährige seine Ziele. Mit dem Verein „Land Kultur Gut Ogrosen“ und der Toni und Heiner Lütke Schwienhorst GbR als freien Träger der befristeten Kommunal-Kombi-Stelle weiß Henry Krzysch dabei tüchtige Unterstützer an seiner Seite. „Der Henry hat ein ausgesprochenes Talent, auf Menschen zuzugehen und versteht es, diese mit seiner Arbeit und mit der Kunst zu fesseln“, beschreibt Heiner Lütke Schwienhorst das Schaffen „seines“ Hofkünstlers.
Dieser ist gerade damit beschäftigt, eine Zeichnung der kleinen Klara Lina an einer durch den Raum führenden Leine zu befestigen, an der schon mehrere Kleinkunstwerke hängen. „Ich habe eine Blumenwiese mit Schmetterling und Marienkäfer gemalt“, quillt es aus der Fünfjährigen heraus. „Wenn ich nach Hause gehe, nehme ich das Bild mit und hänge es an mein Hochbett“, erzählt sie dem Ogrosener Lehrmeister und Kunstwerkstattleiter Krzysch.