Künstler

Der Künstler Henry Krzysch - Vom Hobby zum Beruf

Ich habe schon immer gern gemalt und gezeichnet. Die ersten Werke im Kindergarten und in den ersten Schuljahren waren Bilder, wie bei anderen Kindern auch. ich kann mich noch gut daran erinnern, wie im Ferienlager der 4. klasse erstmals ein Bild von mir ausgestellt wurde, das mir besonders gut gelungen war. Doch in dieser Zeit entdeckte ich meine Stärken in Geduld, Ausdauer und handlichem Geschick beim Flug- und Schiffsmodellbau. Nachdem die ersten Flieger hoffnungslos zu Boden gingen, war es der Schiffsmodellbau und der Modellbau bis hin zu Modelllandschaften und Konstruktionsmodellen. Etwa in der 8. klasse sprach mich mein damaliger Zeichenlehrer Herr Schleißer an, dass ich doch ganz gute Ergebnisse im Kunstunterricht abliefern würde und empfahl mir den Zeichenzirkel des BKW-Jugend bei Francesco Berges. Hier konnte ich erstmals meine Geduld und Vorstellungskraft zeichnerisch grenzenlos ausleben.

Lübbenau Altstadtweb

Henry Krzysch, mit 18 Jahren, Bleistiftstudie Lübbenau 1986

Herr Berges legte als mein erster Zeichenlehrer alle Grundlagen des  naturalistischen Zeichnens und Verstehens in mir an. Aus dieser Zeit ab 1983 sind nur noch einige Zeichnungen erhalten geblieben. Herr Berges gab mir 1988 den handwerklichen Status eines meisterschülers und sein letzter Wunsch war, dass ich seine Aufgabe weiterführe. Die politische Wende 1989 erlebte er als Spanier leider nicht mehr.

Zeitgleich war ich von 1984-85 in einer Klasse für Begabtenförderung der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Einmal wöchentlich trafen wir uns bei Herrn Dr. Legel in Cottbus. Sogar die Fahrtkosten wurden uns erstattet. Ich habe hier eine Bildende Kunst ganz ohne naturstudium kennengelernt. Naturzeichnen war verpöhnt! Das hat mir geschadet, denn ich war gezwungen, mein ganzes Können wegzuwerfen und andere, nicht so anspruchsvolle Ziele im künstlerischen Schaffen zu verfolgen. Ab 1985 war ich drei mal wöchentlich beim Abendstudium in Cottbus. Hier war es auch so. Ich lernte eine ganz andere Seite der Kunst kennen, die ich nicht mochte, weil weder Geduld noch Logik darin vorkamen. Stilistisch verkümmerte ich zur Effekthascherei und verlor meinen künstlerischen Kern.

In solch einem unklaren Zustand bekam ich niergends einen Studienplatz für Bildende Kunst an einer staatlichen Kunstschule und ging 1996 für ein Grafikstudium an die Freie Kunstschule Stuttgart. Bis dahin entstanden hunderte Werke, die mein zielloses Irren wiederspiegeltem. Es gab auch einige erste Personalausstellungen

1990 Spreewaldbüro Lübbenau, Kohlezeichnungen        Die Werke waren düster und bedrohlich, erdfarben und erdverbunden. Der Tod war thematisch sichtbar. Das Spreewaldmuseum kaufte 5 Werke an.

1992 Orangerie Lübbenau, Pastellbilder und Kohlezeichnungen
        Hier waren Bilder zu sehen, die etwas freier waren und von einer Suche erzählten. Die Farbe quälte sich zu den Braun- und Schwarztönen. Auch meinem Zeichenmeister Francesco Berges fand einen würdigen Platz. In zwei Glasvitrinen zeigte ich Skizzen und Zeichnungen zu seinen Arbeitsaufgaben.

1994 Städtische Galerie Rathenow, Pastelle, Kohlezeichnungen und Drucke        Zu dieser großen Ausstellung gab es einen schönen Zeitungsartikel mit dem Thema "gemalte Seele". Zur Eröffnung trug ich eigene gedichte vor, schwer wie Blei. Thematisch war die Erotik und der Tod übermäßig vertreten

 

Das Studium in Stuttgart
Ich war ab 1996 für die Fachrichtung Freie Grafik eingetragen und kam endlich wieder zu meinen geliebten Unterrichtsfächern. Mein Lieblingsfach war das perspektivische Zeichnen, gefolgt vom strukturalen Zeichnen. Ich bekam wieder das Gefühl künstlerisch etwas zu können und begann ganz virtuos zu zeichenen. Ich kam wieder durch zu den Werten meines Zeichenmeisters und gelangte zu neuer Qualität......Fortsetzung folgt in Kürze!